Kinderlärm

Montag, 15 Januar 2018 10:44

Leider ein häufiger Grund für Streitereien mit den Nachbarn.

Lautes Toben im Hof, Kinderwagen im Treppenhaus – die Gerichte zeigen häufig Verständnis für Familien mit Kindern. Doch mit Nachbarn und Vermietern gibt es immer wieder mal Ärger. So manche Familie gibt dann früher oder später auf und sucht sich ein neues Zuhause, obwohl das Recht meistens auf Seiten der Kinder ist. Selbst die Vereinten Nationen haben in Artikel 31 der UN-Konventionen über die Rechte des Kindes festgelegt: „Kinder haben das Recht zu spielen.“  

Kommt ein Fall vor Gericht, urteilen die Richter höchst unterschiedlich. Wobei die Tendenz jedoch in den letzten Jahrzehnten zu immer kinderfreundlicheren Urteilen ging. Häufig wird der natürliche Spiel- und Bewegungsdrang höher bewertet als andere Interessen.
Doch auch für Kinder gibt es Grenzen. Denn in manchen Fällen beschweren sich Nachbarn zu Recht. So sind beispielsweise Keller, Dachböden, Aufzüge und Tiefgaragen als Spielplätze fast überall tabu. Hier gilt es, dem Nachwuchs Grenzen aufzuzeigen. Auch das gehört zu einem friedlichen Miteinander mit den Nachbarn.
Allerdings ist auch Kinderlärm in den eigenen vier Wänden nicht grenzenlos zulässig. So sind zwar gelegentlich auftretende Beeinträchtigungen durch Kinder wie Springen, Poltern und Schreien als sozialadäquat hinzunehmen, andererseits hat die zu fordernde Toleranz auch ihre Grenzen. Dabei kommt es auf Art, Dauer, Qualität und Zeit der Geräusche sowie das Alter und den Gesundheitszustand des Kindes an. Weiterhin ist zu berücksichtigen, inwieweit sich die Geräuschimmissionen vermeiden lassen, etwa durch erzieherische Einwirkung auf das Kind oder durch bauliche Maßnahmen.

Müssen auch Kinder Ruhezeiten einhalten?
Ruhezeiten gelten nicht für die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft. Bis zum Alter von 7 Jahren sind Spielgeräusche in der Regel auch während der Ruhezeiten hinzunehmen. Aber auch für ältere Kinder bedeutet dies nicht, dass sie in der Mittagszeit mucksmäuschenstill sein müssen.
Eltern müssen von ihren Kindern also nicht mehr Ruhe verlangen, als nach deren Alter und Entwicklungsstand angemessen ist. So ist Babygeschrei – auch Nachts – selbstverständlich erlaubt. Das Gleiche gilt für Auseinandersetzungen zwischen zwischen Eltern und Kind, bei denen es ruhig lauter werden darf. Und selbst gegen vereinzelten Lärm im Treppenflur können Anwohner weder Beschwerde einlegen noch Maßnahmen wie etwa eine Schallisolierung durch Teppiche verlangen.
Einspruch erheben können Nachbarn aber bei Kinderlärm, der sich vermeiden ließe, ohne den kindlichen Spiel- und Bewegungsdrang zu behindern: Mobiliar umwerfen, von Stühlen springen, lautstarkes Toben während der Ruhezeiten oder Ballspiele in der Wohnung. Weiterhin kann von den Erziehungsberechtigten verlangt werden, die Fenster bei zu erwartendem Kinderlärm zu schließen.

Ist Kinderlärm im Hof zulässig?
Auch wenn Kinder im Freien spielen, gehen manche Anwohner auf die Barrikaden. Insbesondere in Gemeinschaftsgärten kommt es deswegen immer wieder zu Streitigkeiten.
Grundsätzlich gilt: Kinder dürfen im Hof oder auf anderen Außenflächen des Hauses spielen, auch wenn dort kein Spielplatz eingerichtet ist. Selbst ein Fußballspiel ist zulässig.
Nicht erlaubt ist allerdings eine gezielte Lärmerzeugung, etwa durch Trillerpfeifen oder Musikinstrumente.
Vorgeschriebene Ruhezeiten sind zu beachten. Dies bedeutet aber nicht, dass Kinder in der Mittagszeit nicht im Freien spielen dürfen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, allzu lautes Herumtoben zu vermeiden. Und auch Freunde der Kinder müssen im Hof geduldet werden.
Gibt es jedoch in der unmittelbaren Umgebung des Hauses Spiel- oder Bolzplätze, zu denen die Kinder gefahrlos alleine gehen können, gelten laute Spiele am Haus als unnötig und können untersagt werden.

Darf der Kinderwagen im Hausflur stehen?
In den meisten Fällen erlauben die Gerichte, Kinderwagen, Räder und Roller zeitweise im Treppenhaus zu parken, wenn weder Mitbewohner zu stark behindert noch Fluchtwege blockiert werden und es keine Abstellalternativen wie einen gut erreichbaren Fahrradkeller gibt.
Ein „Dauerparken“ des Kinderwagens im Treppenhaus ist jedoch höchstens mit einem Einverständnis des Vermieters möglich.

Der Konflikt ist da – was nun?
Bei Streitigkeiten mit Nachbarn sollte zunächst ein klärendes Gespräch gesucht werden. Häufig beruht das Problem auf einem Missverständnis oder Nichtwissen.
Hilft dies nicht weiter, ist es ratsam Informationen zu sammeln und die Rechtslage zu klären. Hier helfen beispielsweise Kinder- und Jugendbeauftragte der Städte und Gemeinden oder Familienbüros weiter.
Führen alle Gespräche nicht zu einem akzeptablen Ergebnis, ist der nächste Schritt ein Schlichtungsverfahren oder eine Mediation. Dabei einigen sich die Parteien mit Hilfe eines Schlichters oder Mediators auf einen verbindlichen Kompromiss. Schlichter sind in der Regel Notare und Rechtsanwälte. Kontakt vermittelt die regionale Rechtsanwalts- oder Notarkammer.
Der Rechtsweg sollte immer der letzte Weg sein. Doch manchmal bleibt leider kein anderer Ausweg als die gerichtliche Auseinandersetzung.
Wichtig zu wissen: Wenn bei Kinderlärm, Spielen auf dem Grundstück etc. die Grenzen des Erlaubten überschritten werden, kann der Vermieter dennoch nicht einfach kündigen. Erst muss der Mieter durch eine Abmahnung gewarnt werden. Und auch wer als Mieter glaubt, im Recht zu sein, sollte unbedingt Rechtsbeistand bei einem Mieterverein oder einem Anwalt suchen.

(Quelle: eltern.de, Januar 2018)

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